Polyporus umbellatus wächst vor allem in asiatischen Eichen- und Buchenwäldern. In Europa ist er eher selten zu finden. Für therapeutische Zwecke ist vor allem das unterirdische Sklerotium interessant, das eine Vielzahl von Mikronährstoffen und pharmakologisch aktiven Substanzen enthält. Polyporus wird in der Traditionellen Medizin zur Förderung von Ausscheidungen verwendet.
Verbesserung der Diurese, Einsatz bei urogenitalen Infektionen
Neben einer hohen Konzentration an Mineralstoffen und Spurenelementen enthält Polyporus umbellatus wichtige B-Vitamine sowie spezifische Polysaccharide (PUP).
Gut dokumentiert ist der diuretische Effekt dieser Inhaltsstoffe, insbesondere von Ergon (Ergostatetraenon), einer Leitsubstanz aus dem Sklerotium, das als Aldosteron- Antagonist gilt1. Aldosteron fördert die Rückresorption von Natrium und die Ausscheidung von Kalium. Durch eine Hemmung der Aldosteron- Aktivität wird dieser Effekt umgekehrt und führt zu einer erhöhten Wasserausscheidung ohne erhöhte Kaliumausscheidung. Damit steht ein diuretisch wirksamer Extrakt zur Verfügung, der – im Gegensatz zu einer medikamentösen Behandlung - nicht mit einer Kaliumverarmung einhergeht.
Polyporus umbellatus zählt zudem zu den Phytotherapeutika der Traditionellen Chinesischen Medizin, die bei urogenitalen Infektionen eingesetzt werden. Eine starke hemmende Wirkung bei Chlamydien- Infektionen konnte bereits in in-vitro-Studien dokumentiert werden2. Das Zusammenspiel der diuretischen Aktivität mit den antimikrobiellen Eigenschaften könnte den Erfolg des Polyporus umbellatus in diesem Indikationsrahmen erklären.
Im weiteren gibt es Hinweise auf therapeutische Effekte von Poloyporus umbellatus bei Lebererkrankungen. Bei chronischer Hepatitis B verbessert eine Polyporus- Behandlung die Laborparameter nach 3 Monaten signifikant3. Eine Tierstudie konnte antikanzerogene Effekte dieses Heilpilzes bei Lebertumoren nachweisen4. Zudem scheint Polyporus die immunologische Leistung bei Leberschädigungen stabilisieren zu können5. Bei Zellkulturen mit experimentell unterdrückter Immunaktivität konnten die Polysaccharide von Polyporus umbellatus (PUP) auch die generelle Immunaktivität wiederherstellen6.
Spezielle Triterpene, Polyporusterone A and Polyporusterone B, zeigen eine starke antioxidative Wirkung im Blutplasma7 und können den antioxidativen Status bei Erkrankungen verbessern. Vor allem das Polyporusteron B ist ein effektiver Radikalfänger.
Als weitere Polyporus- Inhaltsstoffe wurden neben den Polyporusteronen A und B das Acetosyringon sowie ein 3,4-Dihydroxybenzaldehyd identifiziert. Diese Wirksubstanzen scheinen als bioaktive Komponenten beim Haar- Neuwachstum eine wichtige Rolle zu spielen8, wobei der Mechanismus noch ungeklärt ist. In einer Tierstudie wurde Polyporus umbellatus als ein erfolgreicher Promoter von Haarwachstum getestet und als Wirksubstanz isoliert9
Wissenschaftliche Berichte
Lexikon
