Grifola frondosa wächst weltweit und wird speziell in Asien als Speisepilz geschätzt. Besondere Aufmerksamkeit wird diesem Vitalpilz derzeit in der Grundlagenforschung teil. Vor allem die Effektivität und Wirkmechanismen der Maitake-Inhaltsstoffe bei Diabetes, bei Tumorerkrankungen und bei viralen Infektionen werden intensiv erforscht.
Zu den wichtigsten und am besten dokumentierten Inhaltsstoffen von Maitake zählen die so genannte D-Fraktion, sowie die MD- und SX- Fraktionen. Als solche werden die isolierten ß-Glucan- Strukturen bezeichnet, die als biologisch aktive Inhaltstoffe für die immunmodulierenden, antikanzerogenen und antidiabetischen Effekte des Vitalpilzes verantwortlich zeichnen1. Dazu zählt das 1,3 ß-D-Glucan Grifolan, das die Aktivität von Makrophagen erhöhen kann und dadurch eine gezielte Immunaktivierung bewirkt2. Andere Komponenten sind Ergosterin, das als Vorstufe von Vitamin D fungiert, sowie Polysaccharide, Polysaccharid- Peptide und O-Orsellinaldehyd, die in der Tumorprävention wesentliche Rollen spielen und antioxidative Fähigkeiten zeigen3.
Diabetes mellitus Typ-2 ist durch Insulinresistenz der Zellen bzw. durch eine gestörte Insulinproduktion gekennzeichnet. Dadurch erhöhen sich nicht nur die Blutzuckerwerte, auch Störungen im Fettstoffwechsel und erhöhter Blutdruck können auftreten. Zusammen mit Übergewicht werden diese Gesundheitsstörungen unter dem Begriff "Metabolisches Syndrom" zusammengefasst.
In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass die so genannte SX-Fraktion, ein Maitake-spezifisches Glykoprotein, die Glukosetoleranz erhöhen kann, ohne dass die Insulinausschüttung beeinflusst wird4. Auch ein Blutzucker-senkender Effekt wurde dokumentiert. Es wird angenommen, dass die Maitake-Inhaltsstoffe die periphere Insulinresistenz vermindern und dadurch den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen. Dabei hatte eine Maitake- Supplementierung im Vergleich mit einem medikamentösen Antidiabetikum einen ähnlichen Wirkungsgrad5.
Zudem scheint ein alpha- Glucan aus Grifola frondose direkt an den Insulinrezeptoren der Zellen zu wirken und dadurch die Insulinsensibilität zu normalisieren. Eine gleichzeitige Blutdrucksenkung durch Maitake wird über eine Beeinflussung des Renin- Angiotensin- Mechanismus gesteuert. Dabei zeigte sich der Maitake-Gesamtkomplex den isolierten Inhaltsstoffen überlegen6.
Wie die meisten Vitalpilze zeigt Grifola frondosa hemmende Wirkung auf die Bildung und Vermehrung von Tumorzellen in-vitro und in-vivo. Dabei scheint ein spezifisches Polysaccharid- Peptid (GFPS1b) besonders effizient die Proliferation von Tumorzellen zu unterbinden7. Dieser Inhaltsstoff unterbricht den Stoffwechsel der Tumorzellen, indem er die Mitochondrienmembranen der Krebszelle verändert8. O-Orsellinaldehyd wirkt ebenfalls zytotoxisch auf Tumorzellen und führt zum plötzlichen Zelltod (Apoptosis)9. Die D-Fraktion aus Maitake dagegen verbessert die körpereigene Abwehr durch die Aktivierung von Makrophagen und T-Zellen sowie durch eine erhöhte Effizienz der natürlichen Killerzellen gegenüber Tumorzellen10
Es verdichten sich die Hinweise, dass Maitake aufgrund seiner spezifischen bioaktiven Inhaltsstoffe die Stoffwechselsituation bei Erkrankungen des Metabolischen Syndroms positiv beeinflussen kann. Neben einer Verbesserung der Insulinsensibilität wurden im Tierversuch auch die Konzentration der glycolisierten Proteine gesenkt11. Letztere sind für die diabetischen Spätschäden wie Mikro- und Makroangiopathien mitverantwortlich. Blutfettwerte und Blutdruckgeschehen können ebenfalls von einer Maitake- Supplementierung profitieren12.
Klinische Studien mit Krebspatienten bestätigen zunehmend die in-vitro gefundenen Ergebnisse. So konnte die Maitake D-Fraktion in einer japanischen Untersuchung an 10 Tumorpatienten die Aktivität der natürlichen Killerzellen erhöhen und dadurch das Krebswachstum unterdrücken13. Durch Maitake-Inhaltsstoffe (MD- Fraktion) wurden bei 58% der Patienten mit Leberkrebs, bei 68% der Brustkrebserkrankten und bei 62% der Lungenkrebspatienten signifikante Verbesserungen der Symptome erreicht. Eine komplementäre Anwendung bei Chemotherapie erhöht die Aktivität immun-kompetenter Zellen um das 1,2 bis 1,4fache14.
Erste Hinweise auf die antiviralen Eigenschaften der ß- Glucane des Maitake Vitalpilzes eröffnen neue begleitende therapeutische Möglichkeiten. So konnte bereits gezeigt werden, dass die D-Fraktion in Kombination mit Interferon die Vermehrung des Hepatitis B- Virus bei Infizierten verringern kann15. Auch das Herpes-Virus kann durch ein spezifisches Maitake-Protein inaktiviert werden16
Zu diesem Vitalpilz sind folgende wissenschaftliche Berichte hinterlegt:
Wissenschaftliche Berichte
Lexikon
